Zunächst einmal möchte ich der gängigen Ansicht widersprechen, dass man das ganze Jahr über trainieren müsste. Diese Idee des Alles oder Nichts ist der Boden, auf dem die inaktiven Winter wachsen, weil man gegen solch einen kompromisslosen Ansatz nur allzu einfach verlieren kann. Stattdessen sollten wir den Sommer als wohlverdiente Atempause ansehen, die es uns erlaubt, uns nicht nur zu erholen, sondern uns auch mental auf die vor uns stehenden Herausforderungen vorzubereiten.

Wenn ihr die körperliche Betätigung wieder aufnehmt, ist es wichtig, entschlossen zu sein und ein konkretes Ziel zu stecken. Fragt euch: Was ist der Hauptgrund, aus dem ihr ins Fitnessstudio geht? Was hat euch einst motiviert, diese teuren Laufschuhe oder das Gerät, welches jetzt im Schrank versteckt ist, zu kaufen? Wo seht ihr euch heute im Vergleich zum Ziel und was müsst ihr tun, um dort tatsächlich anzukommen? Schreibt die Antworten auf, am besten auf ein Stück Papier, und definiert genau, wie am Ende des Weges die Belohnung aussehen wird. Erinnert euch immer wieder selbst daran, damit ihr das Hauptziel niemals aus den Augen verliert.

Euer Fokus sollte vor allem Qualität, nicht Quantität sein. Die alte Redensart „Weniger ist mehr“ kann man auch in diesem Zusammenhang anwenden. Statt im Fitnessstudio herumzulungern und auf die Uhr zu starren, bis es sich lange genug anfühlt, solltet ihr einem vorgeplanten Programm folgen. Nicht nur gewährleistet dies Effizienz, es vereinfacht auch die Zeitplanung und macht es damit einfacher, das Training in den Alltag einzubinden. Wenn euch die Struktur fehlt, die euch sagt, was ihr wann und wie trainieren solltet, dann garantiere ich euch, dass der nächste Schritt der Motivationsverlust und die Suche nach Ausreden ist.

Das Fitnessstudio ist nicht für alle das Richtige. Wenn ihr wisst, dass ihr die frische Luft bevorzugt oder einfach lieber euer eigenes Ding macht, dann ist ein Fitnessstudio wahrscheinlich nicht die richtige Trainingsumgebung für euch. Geht hinaus in den Wald oder bleibt zuhause und dies mit gutem Gewissen. Passt euer Training stattdessen an diese Bedingungen an.

Stellt sicher, dass euer Training progressiv ist und zu echten Ergebnissen führt. Ob ihr das erreicht, indem ihr mit einem Partner trainiert, eure Wiederholungen in einem Trainingsprotokoll erfasst, euch für ein Event anmeldet oder einfach nur regelmäßig eure Körpermaße erfasst, ist komplett euch überlassen. Das Wichtigste ist, dass ihr euren Fortschritt sowohl erkennt als auch anerkennt. Das macht euch hungrig auf mehr und sorgt so für Beständigkeit.

Vermeidet, das Training zu hart anzugehen, und reagiert auf die Signale eures Körpers. Wenn ihr feststellt, dass nicht länger mit demselben Trainingseifer aus dem Bett springt, dann kann es von Vorteil sein, einen Trainingstag durch einen Ruhetag zu ersetzen. In diesem Zusammenhang ist ein verpasstes Training unwichtig und vielleicht sogar wirksamer, als ein absolviertes. Insbesondere, wenn dies bedeutet, dass ihr eure Batterien für die nächste Trainingseinheit aufladet. Wenn sich dieseunmotivierte Phase fortsetzt, dann sind wahrscheinlich Änderungen an der Routine notwendig. Das können neue Aktivitäten sein, neue Übungen oder einfach eine neue Umgebung und neue Gesellschaft.

Körperliche Betätigung sollte ein natürlicher Teil des Lebens sein und etwas, dass ihr von ganzem Herzen genießt oder zumindest als sinnvoll anseht.