Mythos und Wahrheit über Aspartam

Mythos und Wahrheit über Aspartam

July 2017

Wir haben alle über LCHF, Barfußlaufen, Abnehm-Tee, kolloidales Silber und Trainingskorsetten gelesen, ja, es ist wirklich ein Dschungel aus Informationen. In letzter Zeit wird sehr viel über Süßungsmittel geschrieben, vor allem über Aspartam. Das ist ein Stoff, der oft als gesundheitsschädlich betrachtet wird, was nachvollziehbar ist, wenn man sieht, was in den Zeitungen darüber geschrieben wird. Was davon ist wahr? Ist Aspartam wirklich so ungesund und gefährlich wie alle Leute denken?

Um sich über die Tatsache im Klaren zu sein, ob die Einnahme von Aspartam wirklichschädlich ist oder nicht, muss man zuerst wissen, was Aspartam überhaupt ist. Aspartam (E951) ist zusammen mit Sucralose, Cyclamat und Acesulfam K ein genehmigtes Süßungsmittel. Es enthält ca. 17 Kalorien pro Gramm, aber verglichen mit der erforderlichen Menge an normalem, weißem Zucker (Saccharose), um eine ähnliche Wirkung zu erreichen, ist Aspartam quasi kalorienfrei. Die Inhaltsstoffe von Aspartam sind die zwei Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure, die man auch in unserer Alltagsernährung findet. Sie werden in Magen und Darm zu Methanol verdaut. Im Jahr 1981 befand JECFA (internationale Expertengruppe der WHO) auf Basis von Studien, das die Einnahme von 40 mg Aspartam pro kg Körpergewicht und Tag (Sicherheitsfaktor 100) vollkommen unschädlich ist. Trotz mehrerer neuer Untersuchungen bleibt die Empfehlung gleich. Man konnte keine Beweise finden, die eine Senkung der empfohlenen Einnahme erforderlich machen, obwohl Aspartam einer der am häufigsten untersuchten Ergänzungsstoffe ist. (1)(2)

Worum sich die meisten Menschen in Bezug auf Aspartam sorgen, ist das Verdauungsprodukt Methanol. Ein oft genutztes Gegenargument zu dieser Sorge ist, dass Orangensaft mehr Methanol enthält als aspartamgesüßte Limonade, was tatsächlich wahr ist. Methanol kommt auch in harmlosen Mengen in andere Früchten und Säften vor (2). Es gibt dagegen ein paar Studien, die gezeigt haben, dass das Methanol, welches von Aspartam kommt, krebserregend sein sollte. Diese Studien sind zu hinterfragen. Insbesondere die Tatsache, dass die Studien mit Tieren durchgeführt wurden, die 4000 mg Aspartam pro kg Körpergewicht bekommen haben und das jeden Tag über die ganze Lebensdauer. Das ist eine Menge, die fast unmöglich ist, zu sich zu nehmen (im Vergleich zur empfohlenen Tagesdosis von 40 mg pro kg Körpergewicht und Tag). Diese Studien sind deshalb nicht zuverlässig und werden von Forschern und Experten kritisiert (3). Die meisten anderen Studien zeigen auf, dass das Methanol von Aspartam nicht schädlich ist (4).

Noch eine verbreitete Theorie ist, dass aspartamgesüßte Limonade das Hungergefühl verstärkt und zu Gewichtszunahme führt. Dazu gibt es viele Studien und alle führten zu den gleichen Ergebnissen: es gibt keinen Zusammenhang zwischen Aspartam und Gewichtszunahme, Hungergefühl, Blutzuckerwert, Insulin-Niveau, Cholesterin-Niveau oder Blutfettwert (5)(6). Bei einer halbjährigen Studie von 2012 wurde ein Experiment durchgeführt bei dem Wasser, Milch, zuckergesüßte Coca-Cola und Coca-Cola Light verglichen wurde in Bezug auf die Niveaus von Blutfetten, Blutzucker, Insulin und Leptin (Faktoren, die z.B. bei der Untersuchung von Diabetes genutzt werden). Die Forscher konnten damit beweisen, dass es zwischen zuckergesüßter Coca-Cola und Leberfetten, Skelettmuskelfetten, viszeralen Fetten (Fette die die Organe umgeben), Blutfett und Cholesterin ein Zusammenhang gibt, während Coca-Cola Light die gleiche Wirkung wie Wasser auf sämtlichen Faktoren gezeigt hatte. (7)

Wie bisher gezeigt wurde, ist Aspartam unschädlich. Warum wird es immer noch so hinterfragt? Müsste ich raten, würde ich sagen, dass viele glauben, es sei zu gut um wahr zu sein. Kalorienfrei und unschädlich - ist das überhaupt möglich? Leute zweifeln daran und untersuchen Aspartam in der Hoffnung, dass sie „die Wahrheit“ beweisen können. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind deshalb Studien mit „revolutionären Ergebnissen“ fragwürdig. Forscher sind häufig zu begierig, um signifikante Ergebnisse zu finden und wählen deshalb eine schlechte Methode, zu wenig Teilnehmer und/oder andere Tatsachen, die die Ergebnisse zweifelhaft erscheinen lassen. Als Schlussfolgerung könnte man sagen, dass es Studien gibt, bei denen eine Korrelation zwischen Aspartam und negativen Gesundheitsfaktoren gefunden wurde, aber dass sich eine Korrelation nur mit einer sehr großen Menge Aspartam ergibt. Dies ist natürlich eine Dosierungsfrage. Wenn man sich jedoch an die Empfehlungen hält – was die Meisten unbewusst mache – gibt es keinen Grund zu Sorge.

Emma Fredriksson, Diplom in Sportwissenschaften und Gesundheit, Physiotherapie-Studentin und Bikinifitnessathletin

References
Abrahamsson, L., Andersson, A. & Nilsson, G. (2013). Näringslära för högskolan. s. 52-53. Stockholm: Liber.

Livsmedelsverket (2016). Aspartam.     https://www.livsmedelsverket.se/livsmedel-och-innehall/tillsatser-e-nummer/sotningsmedel/aspartam/ [2017-05-21].

EFSA (2013). Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame (E 951) as a food additive. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2013.3496/epdf [2017-05-25].

EFSA (2013). Statement on two reports published after the closing date of the public consultation of the draft Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame (E 951) as a food additive http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2013.3504/epdf [2017-05-25].

Anton, S.D., Martin, C.K., Han, H., Coulon, S., Celafu, W.T., Geiselman, P. & Williamson, D.A. (2010). Effects of stevia, aspartame, and sucrose on food intake, satiety, and postprandial glucose and insulin levels. Appetite, vol. 55(1), ss. 37-43.

Santos, N.C., De Araujo, L.M., De Luca Canto, G., Guerra, E.N.S., Coelho, M.S. &  Borin, M.F. (2017). Metabolic effects of aspartame in adulthood: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Critical reviews in food science and nutrition, vol. 10.

Maersk, M., Belza, A., Stodkilde-Jorgensen, A., Ringgaard, S., Chabanova, E., Thomsen, H., Pedersen, S.B., Astrup, A. & Richelsen, B. (2012). Sucrose-sweetened beverages increase fat storage in liver, muscle, and visceral fat depot: a 6-mo randomized intervention study. The American journal of clinical nutrition, vol. 95(2), ss. 283-9.

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