Wir reden mehr denn je über Schlaf, und das aus gutem Grund! Die moderne Welt ist schnelllebig, anstrengend und voller hoher Erwartungen. Wir wollen unser Potenzial ausschöpfen, gut aussehen und uns gut fühlen, aber irgendwann vergessen wir die Grundlagen für einen guten Schlaf. Der nächtliche Schlaf hat eine enorme Wirkung auf uns.

Hier findest du zehn Gründe, warum du daran denken solltest, Schlaf für ein gesundes Leben zu priorisieren.

1. Schlechter Schlaf kann tatsächlich zu einer Gewichtszunahme führen 

Es mag dich überraschen, aber die Gewichtszunahme ist eng mit schlechtem Schlaf verbunden. Es ist eigentlich einer der größten Risikofaktoren, wenn es um Übergewicht geht. Studien zeigen, dass Menschen, die zu wenig schlafen, dazu neigen, viel mehr zu wiegen als diejenigen, die genug Schlaf bekommen1.

In einer Studie über die Auswirkungen von Schlafentzug mit Kindern und erwachsenen Teilnehmern waren die Ergebnisse recht überraschend. Von den Kindern und Erwachsenen, die nicht die empfohlene tägliche Schlafmenge erhielten, wurden 89% der Kinder und 55% der Erwachsenen eher übergewichtig2. Verschwende also nicht deine Bemühungen im Fitnessstudio, nur weil du nicht genug Ruhe bekommst.

 

2. Guter Schlaf kann die Produktivität und Konzentration verbessern

Dein Gehirn ist dein Epizentrum und Schlaf ist extrem wichtig, damit es gut funktioniert. Deine Konzentration, Kognitive Fähigkeiten, Produktivität und Leistung hängt von der Gesundheit deines Gehirns ab und daher ist guter Schlaf ein Muss3. Es ist erwiesen, dass ein guter Schlaf die Fähigkeit Probleme zu lösen und die Gedächtnisleistung sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen verbessert6 7 8. Ein guter Schlaf kann wirklich Wunder bewirken.

Wir fühlen uns durch Schlafentzug weniger energisch und fokussiert. Zudem hat eine Studie herausgefunden, dass Schlafentzug einen ähnlichen Grad an negativen Auswirkungen auf unsere Gehirnfunktionen haben kann wie eine Alkoholvergiftung4.

In einer anderen Studie in einem medizinischen Unternehmen machten Mitarbeiter, die 24 Stunden mehr arbeiteten als sie sollten, 36% mehr ernsthafte medizinische Fehler als Mitarbeiter, die nach einem Zeitplan arbeiteten, der ihnen erlaubte, mehr zu schlafen5.

3. Wenn du nachts gut schläfst, nimmst du tagsüber weniger Kalorien zu dir

Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber schlechter Schlaf erhöht tatsächlich unseren Appetit. Wir neigen dazu, mehr Kalorien zu uns zu nehmen, wenn wir zu wenig geschlafen haben. Der Schlafentzug beeinträchtigt die täglichen Schwankungen der Appetithormone und stört die Appetitregulation im Körper9. Das appetitanregende Hormon (Ghrelin) steigt an, während die Werte des appetitmindernden Hormons (Leptin) sinken10.

4. Guter Schlaf kann unsere sportlichen Leistungen maximieren

Kurz gesagt: Schlaf verbessert nachweislich die sportliche Leistung. Im Vergleich dazu ist eine schlechte Schlafqualität mit einer schlechten Leistung assoziiert worden 11.

In einer Studie mit Basketballspielern führte mehr Schlaf zu einer signifikanten Verbesserung der Geschwindigkeit, Reaktionszeit, Genauigkeit und des allgemeinen psychischen Wohlbefindens der Spieler12. Schlechte Schlafqualität führte zu höheren Spannungen und Verwirrung 13.

5. Schlechter Schlaf erhöht das Risiko eines Schlaganfalls oder einer Herzerkrankung

Wie wir sehen, ist unsere Schlafqualität und die Dauer unseres Schlafes wirklich wichtig für unsere Gesundheit. Eine Studie hat gezeigt, dass Menschen, die nicht genug schlafen, ein viel höheres Risiko gegenüber Herzerkrankungen oder Schlaganfälle haben als diejenigen, die 7-8 Stunden pro Nacht schlafen14. Peile also um die 8 Stunden Schlaf an!

6. Schlaf verbessert dein Immunsystem

Viele Menschen denken, dass sie weniger als sieben bis neun Stunden Schlaf bewältigen können. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass selbst der kleinste Schlafverlust einen negativen Einfluss auf unser Immunsystem hat15. In einer Studie mit mehr als 150 gesunden Männern und Frauen im Alter von 21-55 Jahren wurde untersucht, wie sich Schlafentzug auf sie auswirkt, wenn sie mit einem Virus infiziert sind. Sie wurden zwei Wochen lang überwacht, und die Studie zeigte, dass diejenigen, die weniger als 7 Stunden schliefen, fast dreimal häufiger eine Erkältung bekamen als diejenigen, die 8 Stunden oder mehr schliefen16.

7. Schlafmangel erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes

Schlafentzug kann schwerwiegende Folgen haben. Mehrere Studien haben wiederholt gezeigt, dass weniger als 6 Stunden Schlaf pro Nacht das Risiko für Typ 2 Diabetes erhöht18 19. In einer Studie mit gesunden jungen Männern traten Symptome, die einer Vorstufe von Diabetes ähneln, auf, wenn der Schlaf auf 4 Stunden pro Nacht in 6 aufeinanderfolgenden Nächten begrenzt war. Diese Symptome verschwanden eine Woche nachdem die Schlafzeit wieder normalisiert wurde 17.

8. Schlechter Schlaf ist mit Depressionen verbunden

Auch deine psychische Gesundheit steht auf dem Spiel wenn du nicht genug schläfst! In mehreren Studien gibt es einen starken Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und psychischen Gesundheitsproblemen wie Depressionen. Tatsächlich klagen etwa 90% der Menschen mit Depressionen über ihre Schlafqualität20.

9. Der Schlaf beeinflusst deine Emotionen und sozialen Interaktionen

Du hast vielleicht bemerkt, dass du nach einer Nacht mit Drehen und Wenden launischer bist. Die Wissenschaft unterstützt dies. Viele Studien zeigen, dass Schlafmangel deine Fähigkeit, sozial zu interagieren und emotionale Informationen zu verarbeiten, vermindert22 23. Schlafentzug schwächt auch die Bewertung menschlicher Emotionen, was es schwierig macht, Wut von Glück zu unterscheiden24.

10. Schlaf verbessert dein Gedächtnis

Vergisst du viel oder sind deine Erinnerungen etwas verschwommen? Der Grund dafür kann durchaus sein, dass du nicht den nötigen Schlaf bekommst. Schlafmangel erschwert es uns, uns an Dinge zu erinnern, die wir gelernt oder erlebt haben. Eine Studie hat bewiesen, dass selbst eine einzige Nacht mit Schlafmangel unsere Fähigkeit, neue Erinnerungen aufzubauen, beeinträchtigt25.

Zusätzlich spielt der Schlaf eine sehr wichtige Rolle bei der Festigung unseres Gedächtnisses. Eine weitere Studie hat gezeigt, dass Personen, die gut geschlafen haben, im Vergleich zu einer Gruppe mit Schlafmangel, eine Steigerung des Langzeitgedächtnisses von 20,6% erlebten26.

 

Referenzen:

(1) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1038/oby.2007.118 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC535701/

(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2398753/

(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15824327

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10984335

(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15509817

(6) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12421655

(7) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25052368

(8) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19379769

(9) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3619301/

(10) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15602591

(11) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5131213/

(12) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21731144

(13) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5131213/

(14) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21300732

(15) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8621064

(16) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19139325

(17) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10543671

(18) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15851636

(19) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19910503

(20) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16259539

(21) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25128225

(22) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25117004

(23) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23357729

(24) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20337191

(25) https://www.nature.com/articles/nn1851

(26) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3413705/